Steckt hinter der „Angina pectoris“ eine mikrovaskuläre Dysfunktion?
verfasst von: Dr. Elke Oberhofer
Steckt hinter der „Angina pectoris“ eine mikrovaskuläre Dysfunktion? | springermedizin.de
Wie soll man vorgehen, wenn bei Personen mit V. a. Angina pectoris in der CT-Koronarangiografie nichts auf eine Obstruktion hindeutet? Ein schottisches Team schlägt für solche Fälle eine Ausschlussdiagnostik mit Belastungs-EKG vor. Fehlen hier Anzeichen einer Ischämie, sind mikrovaskuläre Störungen als Ursache für die Beschwerden unwahrscheinlich.
Das Wichtigste in Kürze zu dieser Studie finden Sie am Ende des Artikels.
Bei unklaren Beschwerden in der Brust und Angina-pectoris-Verdacht kann eine CT-Untersuchung der Koronargefäße (CCTA) evtl. vorhandene Engstellen aufdecken. Allerdings gibt es viele Fälle, in denen auf diese Weise keine Obstruktion gefunden wird (ANOCA: Angina ohne obstruktive Koronararterien bzw. INOCA: Ischämie ohne obstruktive Koronararterien). In solchen Fällen könnte zum Beispiel ein Endotyp mit mikrovaskulärer Angina, vasospastischer Angina oder beidem vorliegen.
Nach Robert Sykes vom West of Scotland Heart and Lung Centre in Glasgow und seinem Team könnte hier ein einfaches Belastungs-EKG weiterhelfen.

Verdachtsdiagnose ANOCA
In ihre Studie schlossen sie 163 Personen (Durchschnittsalter 55 Jahre; Frauenanteil 63%) mit suspizierter ANOCA bzw. INOCA aus der CorCTA-Studie ein. Nach der Herz-CT, welche in 42% der Fälle keinen Hinweis auf eine koronare Atherosklerose erbracht hatte, wurden verschiedene invasive Koronarfunktionstests zur Endotypisierung durchgeführt: ein Führungsdrahttest zur Messung der Koronarflussreserve (CFR) und des mikrovaskulären Widerstands (IMR), gefolgt von einer intrakoronaren Infusion von Acetylcholin zur Messung der Vasospasmusneigung.
